Bürokomplex Z5.
Funktionalität ästhetisch umgesetzt.

Nach 15 Monaten Bauzeit wurde im September 2009 das Bürogebäude Z5 im D4 Business Village Luzern offiziell eröffnet. Der multifunktionale Gebäudekomplex bietet zusätzliche Mietflächen von total 14'600 m2 und modulare Raumstrukturen für maximale Flexibilität.

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Von Minergie bis Feng Shui.

Das von «scheitlin syfrig architekten»  konzipierte Gebäude ist ebenso eigenständig wie funktional. Das Konzept beruht auf klaren Vorgaben wie etwa dem schonenden Umgang mit Ressourcen, der Einhaltung des Minergie-Standards und der konsequenten Umsetzung elektrobiologischer Massnahmen (EMV). Bei der gesamten Planung sind zudem Grundsätze der Feng-Shui-Philosophie mit eingeflossen.

Gebaute Geborgenheit.

Entstanden ist ein bemerkenswerter Bau, der diametral zur Geschäftigkeit des Businessalltages viel Ruhe verströmt. Im Gegensatz zu den anderen Gebäuden des D4 Business Village Luzern ist das Z5 nicht nach aussen hin geöffnet. Die Fassade erscheint als ein in sich gekehrter Bau und erst im Innern zeigt sich die wahre Grösse.

Gebaute Geborgenheit statt Purismus.

Das Interview mit Marc Syfrig, Architekt des Bürokomplexes Z5, führte Frank Joss

Marc Syfrig, Architekt

Die Trilogie scheitlin syfrig architekten steht in der Architektur für Lösungen, die mit probaten Mitteln und wohlkalkuliertem Zeitaufwand erreicht werden. Was aber das Architektenteam wirklich auszeichnet, ist die Begabung für die Konstruktion. Dynamisch und authentisch reagieren sie auf veränderte Situationen oder Anforderungen. Aber erst die Tatsache, dass sie für technische Lösungen oft die Natur zum Beispiel nehmen, macht aus den Luzerner Architekten verantwortungsbewusste Menschen, die den Dialog mit der Zukunft führen. Ihre Arbeiten gründen auf dem Credo der Einfachheit und Sachlichkeit – aus anfänglich Pragmatischem entsteht eine Eleganz, die einen berührt. Stellvertretend dafür ist das Roche Forum
Buonas, das blaue Turmhaus in Luzern oder das höchste Holzhaus der Schweiz in Steinhausen. Für das D4 Business Village Luzern haben die Architekten den Flankenbau realisiert, und soeben wurde das Gebäude Z5 von ihnen finalisiert. Frank Joss hat sich mit Marc Syfrig getroffen, um mehr über den Monolithen Z5 zu erfahren.

Frank Joss: Es interessiert am Z5 die Architektursprache. Sie ist besetzt mit vielen interessanten Zeichen, die zwischen den Zeilen hervorschauen. Mit welcher philosophischen Grundlage haben Sie sich an die Machart des Gebäudes herangewagt?

Marc Syfrig: Bei den allerersten Gesprächen, als noch kein einziger Entwurf auf demTisch gelegen hat, ist für uns eines klar geworden: Ein Haus an diesem Platz muss Ruhe verströmen, diametral zur Geschäftigkeit des Businessalltages. Wir wollten keine Schubladen mit Glaswänden, wo man freie Einsicht hat. Wir gehorchten dem Gefühl – und das zeigte sich auch beim Roche Gebäude in Rotkreuz –, dass der Ort, wo gearbeitet wird, auch ein sozialer Ort, ein Ort der Begegnung sein soll. Wir folgten der immateriellen Eingebung, dass der Anspruch an die Raumgestaltung auch eine Art «Heimatgefühl» vermitteln muss, als würde man hier auch ein bisschen wohnen.

Liegt das in der Ambivalenz der Sache? Je mehr man in einer stark mcdonaldisierten Welt lebt, umso mehr möchte man ihr entfliehen; eine Flucht hin zu mehr Nähe, zu echten Berührungen, zu haptischen, sinnlichen Wahrnehmungen.

Ja, genau. Im Referat «Auge in Auge» von Fritz Gerber, dem CEO von Roche, wird klar, warum er von uns eine Architektur verlangte, die bewegte Begegnungen möglich macht. Begegnungen, die auch jenes verloren geglaubte Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Viele Gebäude entstehen heute auf einer Corporate Identity eines Unternehmens. Es entsteht eine Form von Corporate Architecture, die keinem anderen Ziel folgt, als die Marke, das Label des Unternehmens nach aussen hin mit Glanz und Gloria zu manifestieren. Die Frage, ob sich die Mitarbeitenden in diesen Räumen, die nur einer Markenmanie gerecht werden, auch wohl fühlen, diese Frage interessiert die Gewaltigen von Marketingstrategien nicht.

Kann also Geborgenheit nicht allein durch die Ästhetik der Hülle und das ultramoderne Design der Innenräume erreicht werden?

Nein, Geborgenheit entsteht mit der physischen Annäherung an die Architektur. Betritt man ein Firmengebäude, muss man von der Atmosphäre beeindruckt sein. Beim Z5 wollten wir einen Ort vermitteln im Sinne von «Hier arbeiten interessante Menschen an aussergewöhnlichen Projekten». So haben wir versucht, beim Äusseren des Gebäudes einen Paradigmawechsel zu schaffen. Die bestehenden Gebäude des D4 Business Village Luzern sind ja alle nach aussen hin geöffnet. Beim Z5 haben wir die Umkehrung gemacht: Die Fassade erscheint als ein in sich gekehrter Bau. Durch einen relativ bescheidenen Eingang kommt man ins Innere des Gebäudes und ist überrascht von der grossen Geste, die vom Innenraum, dem Hof und der Fassade ausgeht, die sich hier ganz Glas in Glas präsentiert. Im Hofinnern spielen wir mit dem Wasser und einer geschwungenen Spiegelung. Alles wird widerspiegelt: der Projektleiter, der gerade liebevoll das Familienfoto auf dem Schreibtisch betrachtet, der Exportmanager, der mit seinen Kollegen in NewYork telefoniert, ein Kommunikationsfachmann, der sich in die neuste Kampagne vertieft ... und, und, und. Die Spiegelung wird zur interaktiven Performance ohne Worte. Alles wird lebendig und beginnt, in wohltuender Manier zu «menscheln». Mitten in diesem Zusammenspiel von Wasser, Glas und Reflektionen steht ein echter Baum. Ein Baum als Skulptur, als Ebenbild für den Lauf der Zeit. Er blüht, verblüht, verliert Blätter, blüht von neuem, verblüht wieder.

Wie weit haben Sie diesen philosophischen Ansatz vom Kontinuum der Zeit auch in die Raumgestaltung übertragen können?

Die Künstlerin Angelika Walter hat die Nischen der Innenräume in einem schönen, farbigen Kanon bemalt und davor ein feinmaschiges Gitternetz gespannt, dies als Metapher für Vernetzung. Die Farbe wird erst sichtbar, wenn man sich im Raum bewegt, und so entsteht nach und nach ein lebendiges Gefühl von Raum und Zeit.

Gehen wir wieder nach aussen und betrachten die Hülle des Gebäudes. Woran haben Sie sich inspiriert? Die Anordnung der Fenster folgt wohl einem genauen Prinzip, aber sieht auch so aus, als wäre eine wunderbare Nichtvollendung am Werk gewesen.

Ja, die Formen der Fassade sind ein Thema, das uns bei allen Aufgaben immer wieder aufs Neue beschäftigt. So wollten wir beim Z5 ein Spiel mit dem Licht inszenieren. Und das geht nicht mit Fenstern, die nichts als Glas anzubieten haben. Wir wollten die Fenster einer Darstellung unterordnen, die es zulässt, dass durch das Licht immer wieder neue Dimensionen entstehen. Dimensionen, die sich aus dem Dialog von Licht und Schatten ergeben: mal tief, mal oberflächlich grell, mal verheissungsvoll düster, mal lieblich beschützend. Kommt hinzu, dass die einzelnen Fenster – egal, ob sie gross oder klein sind – ganz unterschiedliche Rahmen bilden für das Aussen, für die Natur, die sich dort abspielt.